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Schuetzenverein Sassenberg stellt Thron vor Die unfassbare GeschichteSchützenverein Sassenberg stellt Thron vor

Sassenberg - Es war eine geradezu historische Krönungszeremonie, die auf die feierliche Polonäse durch die Stadt folgte. Schließlich ging am Montagabend der lange unerfüllt gebliebene Traum von Bernhard Kunstleve in Erfüllung: einmal König des Bürgerschützenvereins zu sein.

19 Mal war Kunstleve bis zum Schluss ein Aspirant – und musste stets einem Kontrahenten gratulieren. Entsprechend launig fielen die kurzen Reden der Protagonisten aus. „Nach 31 Jahren hat der Spuk ein Ende“, befand Präsident Franz-Josef Ostlinning. Auch er musste sich in jahrelanger Geduld üben. 1993 rang Ostlinning erstmals um die Königswürde, erst im Jahr 2015 war es dann soweit. Werner Storck, Kommandeur der Alten Könige, hatte sogleich eine Geschäftsidee. Die „unfassbare Geschichte“ des so lange glücklosen Kunstleve müsse zu Papier gebracht werden. „Dieses Buch wird ein Bestseller.“ Kunstleve geht als Bernhard XVI. in die Geschichte des Vereins ein – der letzte „Bernhard“ der Chronik war Bernhard Beile im Jahr 1986.

Überglücklich richtete der neue König einige Worte an „seine“ Schützen. Achtmal sei er bereits Mitglied einer Throngesellschaft gewesen. Umso größer sei nun die Freude, selbst König zu sein. Auch Ostlinnings Fazit fiel positiv aus. „Es war bombastisch. Bei herrlichem Wetter haben wir ein Schützenfest gefeiert, dass sich sehen lassen kann.“

Und auch Vorjahreskönig Christian Mußmann hatte einen besonderen Auftritt. Traditionell wurde er von Storck in das Corps der Alten Könige aufgenommen. Dabei erhielt dieser jedoch nicht – wie üblich – ein neues Königszepter. Gerne erfüllten ihm die ehemaligen Majestäten den Wunsch, das Zepter seines mittlerweile verstorbenen Vaters Bernhard (König 1974) tragen zu dürfen. Auf diesem sind nun zwei Könige verewigt.

Quelle: WN vom 10.07.2018  /  Text & Foto: C. Irmler

 

Glockebericht vom 09072018Sassenberg (ra) - Die „Bernhard, Bernhard!“ Rufe wollten nicht enden. Bernhard Kunstleve, seit einem gefühlten Vierteljahrhundert Daueraspirant auf die Königswürde, hatte es diesmal endlich geschafft.

Überglücklich und vor Freude weinend fiel der 56-Jährige den Gratulanten um den Hals, die sich um 13.42 Uhr in langer Schlange den Weg zur Vogelstange bahnten. „Wir wissen gar nicht, wie wir im nächsten Jahr ohne Bernhard Kunstleve an der Vogelstange auskommen sollen“, unkte Schieß-Moderator Frank Wächter ins Mikrofon und lockte damit noch mehr Volk an die dicht umlagerte vorderste Schützenfront.

 Doch im nächsten Jahr sind da ja noch Fabian Lackamp, Bernhard Hülsmann, Michael Dunker, Reiner Arenbeck und Jörg Pöppenborg. Sie hatten sich mit Kunstleve, der diesmal neben hoher Treffsicherheit auch das nötige Quäntchen Glück hatte, ein erbittertes Ringen um die Königswürde geliefert. 19-mal, so resümierte der gelernte Landmaschinenmechaniker und zweifache Familienvater nach seinem Volltreffer, hatte er es in 25 Jahren schon ernsthaft versucht, diesmal endlich konnte er seine Ehefrau Christiane zur Königin machen. „Horrido!“

 Begonnen hatte der Schützenfest-Montag mit dem Antreten der Formationen auf dem Lappenbrink. Launig verabschiedete sich Oberst Manfred Fölling dort vom noch amtierenden Königspaar Chrstian und Sigrid Mußmann sowie dessen Hofstaat: „Ihr wart eine ungewöhnlich zahlreiche Truppe, aber ich möchte keinen einzigen von Euch missen“, so Fölling.

Bei idealem Schützenfest-Wetter, leicht bewölkt aber trocken und nicht zu warm, führte der beeindruckende Umzug der Formationen zum Festplatz im Brook, wo das Ringen um die Königswürde begann und den nun bekannten Ausgang nahm. Vor Bernhards Volltreffer hatte der Vogel bereits seine Insignien lassen müssen. Die Krone holte sich Martin Mundmann, der Reichsapfel fiel nach einem Schuss von Bernhard Ostkamp, und Robert Tarner nahm das Zepter an sich. Sterneschützen sind Daniel Fölling (Gold), Dirk Ostkamp (Silber) und Simon Bös (Bronze). Und auch die mit Spannung erwartete Frage nach der Throngesellschaft des Schützenjahrs 2018 konnte das Königspaar zügig beantworten. Mit Bernhard und Christiane Kunstleve gehören Manfred und Bärbel Fölling, Michael und Petra Baumjohann, Helmut und Renate Vinke, Christina Mußmann und Sigrid Mußmann-Schuckenberg, Franz-Josef und Ursula Ostlinning, Alfred und Mechtild Niemerg, Frank und Anne Wächter, Wolfgang Schulke und Elke Fischer-Schulke, Heinz-Josef und Maria Kuhlenkötter, Robert Tarner und Margit Höck, Ludger und Barbara Hoppe sowie Heiner und Christel Maßmann diesem erlauchten Kreis an. Und dann nahm noch am Abend nach der Krönung ein Königsball seinen Lauf, der sicher noch lange in Erinnerung bleibt.

Quelle: "Die Glocke" vom 09.07.2018  /  Text & Foto: R. Austrup