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Schützen können auch närrisch

Letzte Vorbereitungen vor dem Fest

Sassenberg -  Gut gelaunt zählen die Sassenberger Bürgerschützen den Countdown bis zu ihrem Fest runter. Am Samstag stellten sie bei der traditionellen Generalversammlung eine Woche vorher die letzten Weichen für einen gelungenen Festverlauf. Auch das EM-Orakel durfte dabei nicht fehlen.


Am kommenden Wochenende begeht der Bürgerschützenverein sein Schützenfest. Und zwar dieses Mal ganz ohne Jubiläen. „Einerseits waren die letzten drei Jahre intensiv und herausfordernd – andererseits waren es aber auch sehr schöne Jahre“, befand Frank Hoppe.

So geht es mit dem Verein weiter bergauf: Ohne Mitgliederwerbeaktionen habe man bereis 25 Neuaufnahmen verzeichnen können. Im Schnitt sind die Newcomer 19,7 Jahre alt, fuhr Hoppe fort. „Diese jungen Leute werden in zehn, 20 Jahren für die gesunde Basis des Vereins sorgen.“

Vize-Präsident Helmut Vinke, der anstelle der amtierenden Majestät Franz-Josef Ostlinning die Versammlung leitete, fand ebenfalls lobende Worte. „Ich denke, wir können uns damit hier im Kreis sehen lassen.“

Spätestens seit Samstag dürfte die Vorfreude geweckt sein. Besser hätte die Stimmung auf der Generalversammlung kaum sein können. Dazu trug vor allem Oberst Manfred Fölling bei, der erstmals in dieser Funktion seinen Bericht vorlegte. Die Art seiner Ausführungen dürfte eine Premiere in der Geschichte des Vereins gewesen sein. Seine launige Ansprache erinnerte stark an eine karnevalistische Bütt. Verwundert habe er lesen müssen, dass die Füchtorfer Schützen von sich behaupteten, prozentual betrachtet mehr Ortsbewohner in ihrem Verein zu vereinen als dies in Sassenberg der Fall sei. „Aber ich kann euch beruhigen: Prozentrechnung war noch nie des Füchtorfers Stärke“, betonte Fölling schmunzelnd. „Das eine oder andere Kommando hat nicht ganz so geklappt, aber mir hat es tierisch Spaß gemacht“, erinnerte er durchaus selbstkritisch an das letztjährige Antreten.

Für großes Gelächter sorgte ebenso eine – nicht ganz ernst gemeinte – Satzungsfrage von Paul Lackamp. Er erinnere sich an einen „Kirchspiel-Passus“, wodurch geregelt werde, wer zum Vogelschießen berechtigt sei. Ob die Fusion der beiden katholischen Gemeinden in Sassenberg und Füchtorf damit auch einen Füchtorfer Anwärter erlaube?, so seine Frage. Doch schnell konnte der Vorstand Entwarnung geben: Mittlerweile gelte der erste Wohnsitz als entscheidend.

Eine Premiere feierte derweil Werner Storck als Kommandeur des „Corps der Alten Könige“. Dessen Vorgänger Bernhard Beile hatte sich unter anderem als „Wetterprophet“ einen Namen gemacht. „Es wird sehr ansprechend, sonnig und wolkig – aber vor allem trocken“, so Storcks Wetterprognose. Beile schien für sich eine neue Aufgabe gefunden zu haben: nun als EM-Orakel. Er legte sich gut eine Stunde vor Anpfiff des EM-Viertelfinales Deutschland gegen Italien auf ein 2:1 für die DFB-Elf fest.

Aber auch auf ein paar mahnende Worte verzichtete der Vorstand im Vorfeld des Festes nicht: Die Organisatoren erinnerten daran, dass es angebracht sei, den würdigen Rahmen des Zapfenstreiches zu wahren, und appellierten an die Schützen, während der Festtage die offiziellen Toiletten zu nutzen.

Quelle: WN vom 04.07.2016  /  Text & Foto: C. Irmler